Branzoll (ital. Bronzolo) ist eine Gemeinde im Südtiroler Unterland, am linken Ufer der Etsch, 13 km südlich von Bozen. Branzoll wird erstmals 1181 als Branzol erwähnt. Der Name leitet sich vom germanischen Personennamen Berinza ab.
Das Hauptmerkmal des Gemeindegebietes von Branzoll besteht nämlich darin, durch wichtige Verkehrswege durchquert zu sein. Der erste dieser Verkehrswege, die Etsch, ist schiffbar seit dem Altertum von Branzoll abwärts und wurde bis zum Bau der Eisenbahn für den Warentransport, vor allem Holz aus den Gemeindegebieten von Aldein, Deutschnofen und Welschnofen, benutzt, wobei der Aldeiner Bach mit seiner tiefen Schlucht die Hauptverbindung zu den oben genannten Berggebieten bildete. Der Bau der Eisenbahn im Jahre 1859, setzte zwar dieser Floßwirtschaft ein Ende, löste jedoch zugleich die industrielle Gewinnung von Porphyrstein vom Göllerberg aus. Die Reichsstrasse, deren Verlauf vermutlich mit der römischen Claudia-Augusta-Strasse zu identifizieren ist, steht noch heute im Mittelpunkt des Dorflebens. Parallel dazu verläuft die Staatsstrasse Nr. 12. Sie trennt den historischen Teil des Dorfes von den Erweiterungszonen bergwärts. Die Funktion Branzolls als Verkehrs- und Handelsknotenpunkt setzte das Vorhandensein von Warenumschlageplätzen, Poststationen, Zoll- und Gasthäusern voraus, welche noch heute – gemeinsam mit den beiden Kirchen St. Leonhard am gleichnamigen Platz und Zum Herzen Jesu, der heutigen Pfarrkirche in der Reichstrasse - den Kern homogener Baukomplexe bilden: die historischen Gasthäuser Goldenes Kreuz in der Reichsstrasse und Schwarzer Adler in der gleichnamigen Straße; das Reifhaus, alter Warenumschlageplatz am Standort des heutigen Palais Thomsen; das alte Zollhaus, heute Haus St.-Leonhard-Platz Nr. 14 und die Lende, heute Wohngebäude bei der Pfattner Brücke. Die spätgotische St.-Leonhard-Kirche und der Renaissancebau des alten Zollhauses sind zwei wichtige Baudenkmäler des historischen Dorfkerns. Sowohl der Etschhafen als auch die Steinbrüche haben als Zeugnisse der nicht mehr existierenden Tätigkeiten der Floßwirtschaft und der Porphyrsteingewinnung einen historischen Wert für die lokale Geschichte. Das Areal der Steinbrüche weist außerdem einen bedeutenden natürlichen Charakter in Zusammenhang mit dem Eingriff des Menschen auf.
Heute ist das Dorf Branzoll ein behäbiges Obst und Weindorf mit alten gut erhaltenen Ansitzen und echtem Unterlandler Dorfleben.
www.gemeinde.branzoll.bz.it
www.comune.bronzolo.bz.it
Gemeindeblatt Branzoll Nr.2/2010 PDF





